Dass die Problematik der Fehlurteile auch zahlenmäßig nicht unterschätzt werden darf, kann neben dem von mir verfassten Handbuch der Beweiswürdigung (vgl. Publikationen)  dem "Spiegel"-Artikel in Heft 22/2011 vom 30.5.2011, S. 56 ff. entnommen werden.


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Gelegentlich wird behauptet, dass es verboten sei, Prozesstaktik anzuwenden. Das ist falsch. Der Bundesgerichshof macht Anwälte sogar haftbar, wenn Prozesse wegen handwerklich-prozesstaktischer Fehler verloren werden. Prozesstaktik setzt die Beherrschung des Prozessrechts voraus. Der frühere Richter am Oberlandesgericht, Dr. Egon Schneider, teilt mit: "Nur das Prozessrecht ermöglicht es dem Anwalt, mit Anträgen und anderen Prozesshandlungen gestaltend auf das Verfahren einzuwirken. Dazu muss er aber die Prozessordnung beherrschen. Das wiederum erfordert ein gerütteltes Maß an positivem Wissen, verbunden mit jahrelanger Erfahrung" (Schneider, Die Klage im Zivilprozess, 3. Aufl., S. VII). Mein berufliches und wissenschaftliches Hauptbeschäftigungsfeld ist das Prozessrecht. Alle meine Bücher/Aufsätze haben einen prozessrechtlichen Bezug.

Man braucht nicht unbedingt ein "Spitzbube" sein, um das Prozessrecht zu seinen Gunsten auszunutzen, obgleich nicht wenige Anwälte "Spitzbuben" sein dürften. Bemerkenswerterweise geht die Tradition, vor Gericht schwarze Roben zu tragen auf eine Kabinettsorder des Königs Friedrich Wilhelm I. in Preußen vom 12.12.1726 zurück, die lautete: "Wir ordnen und befehlen hiermit allen Ernstes, dass die Advocatii wollene schwarze Mäntel, welche bis unter das Knie gehen, unserer Verordnung gemäß zu tragen haben, damit man diese Spitzbuben schon von weitem erkennen und sich vor ihnen hüten kann."

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